Panantukan 

Philippinisches Boxen

 

Panantukan ähnelt dem traditionellen englischen oder Western Boxen, jedoch zusätzlich mit all den "gemeinen" (schmutzigen) Tricks. Im Vergleich zum westlichen Boxen hat das philippinische Boxen eine völlig eigene technische Identität. Im Panantukan werden Waffenkampfkonzepte sowie Elemente und Strategien aus dem waffenlosen Kampf ("Pangamut" bzw. "Empty Hands") angewendet, wobei die "leere Hand" als Sicherungssystem gesehen wurde, wenn die Waffe verloren ist oder man entwaffnet wurde. Diese Waffenkampfkonzepte werden schon seit Jahrhunderten auf das Kämpfen ohne Waffen erfolgreich übertragen und genutzt. 

 

Die Besonderheiten des Panantukan zeichnen sich aus durch die Position zum Gegner, die optimale Kraftentwicklung, ausgefeilte Beinarbeit und ein großes Technikrepertoire. Ermöglicht werden dadurch besonders kurze Powerschläge sowie Methoden der Gegnerkontrolle, das Pushen des Gegners um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen, Trapping und Gunting (Treffen verschiedener, empfindlicher Nervenpunkte und Muskelgruppen) sowie Hebel- und Fegetechniken. Durch die technische Präzision ist es möglich, die Schlagversuche des Gegners bereits im Ansatz zu kontrollieren. Ein wichtiges Prinzip im Panantukan ist die Grundregel der "Manipulation". Durch Pushen, Trapping etc. wird der Gegner in eine Position gebracht, die es ermöglicht ihn leichter zu verletzen. Dies ist jedoch nur ein Teil dessen, was einen Panantukan Fighter auszeichnet. Im Gegensatz zum westlichen Boxen macht Panantukan vom gesamten Körper als Waffe Gebrauch. Zum Einsatz kommen Ellenbogen, Knie, Unterarme, Füße, Kopf und Schulter. 

Philippinische Kampfkünste werden oft wegen des historischen Hintergrunds für Waffen auf den Stockkampf reduziert. Gerade das Verständnis der verschiedensten Kampfsituationen, Distanzen und taktischen Grundlagen sind ein wichtiger Baustein der philippinischen Kampfkünste. Als US-amerikanische Soldaten zu Anfang des 20. Jahrhunderts auf die Philippinen kamen, trugen sie zur körperlichen Ertüchtigung sowie zur allgemeinen Motivation Boxkämpfe untereinander aus. Begeistert von dem Kampf der Fäuste, fingen die Filipinos an, ihre eigenen Kampfstile damit zu verbinden und entwickelten den philippinischen Box-Stil. Panantukan unterliegt keinem sportlichen Reglement und wurde diesbezüglich dem westlichen Boxen nicht angepasst. 

Panantukan ist Teil der philippinischen Kampfkunst Eskrima und kann sowohl als eigenständiger Stil oder als auch als Ergänzung zu Eskrima trainiert werden.  Anmeldung zum Schnuppertraining

 

Für den Einstieg in das laufende Training ist der Besuch eines Schnuppertrainings Voraussetzung.  

Mehr Informationen zu Panantukan finden Sie auch unter www.panantukan.at